Vita


Zur Person

Reinhard Dölle, geboren 1959, arbeitet als psychologischer Psychotherapeut mit eigener Praxis in Braunschweig. Als Langstreckenläufer hat er an zahlreichen Marathonläufen teilgenommen. Sein beruflicher Weg führte von der Sportpsychologie über Gesprächspsychotherapie, integrative Gestalt- und Körperarbeit, klinische Psychologie, Tanztherapie und Eutonie zur Psychoenergetik nach Peter Schellenbaum. In den letzten Jahren spielen in seinem Wirken auch zunehmend “Bewegungen der Seele” (Phänomenologisch-Systemische-Aufstellungsarbeit) sowie Kontaktherstellung zum Quantenbewußtsein (Matrix Energetics) eine Rolle. Laufen und Psychotherapie sind die Grundbausteine seiner beruflichen Arbeit, wobei er sich im Grenzbereich zwischen Körpertherapie, Bewegung und tiefenpsychologischer Gesprächstherapie bzw. Analyse bewegt.

Laufen als Therapie

Über körperliche und seelische Prozesse beim Laufen. Im Gespräch mit Reinhard Dölle.

F: Herr Dölle, Sie führen seit vielen Jahren eine psychotherapeutische Praxis in Braunschweig und bieten gruppentherapeutische Seminare an zu dem Thema »Jogging für die Seele«. Welche persönlichen Erlebnisse führten dazu, dass Sie heute Joggen mit Ihrer therapeutischen Arbeit verbinden?

Als Kind musste ich vier Jahre lang wegen beidseitiger Hüftdysplasie (geburtsbedingte Fehlstellung des Oberschenkelknochens im Becken) einen Becken-Bein-Gips tragen. Meine körperlichen Bewegungsmöglichkeiten und sozialen Kontakte waren dadurch sehr eingeschränkt. In vielen Bereichen fühlte ich mich Gleichaltrigen gegenüber minderwertig und baute einen »seelischen Gips« um mich herum auf: Mit 15 Jahren konnte ich diesen Gips endlich aufbrechen. Bei einem Schulsportfest lief ich die 1000-Meter-Strecke und war zum ersten mal der Beste. Es folgten 13 Jahre Leistungssport im Mittel- und Langstreckenbereich, in denen ich meine körperlich-seelische Belastbarkeit immer mehr erweiterte, die Grenzen auslotete, aber auch überzog. Ich wurde allmählich immer sensibler für die Signale meines Körpers, ein Dialog mit meiner Körpersprache setzte ein.

Neben dem harten, leistungsbezogenen Training spürte ich ein inneres Bedürfnis nach Einfachheit, Leichtigkeit und Spielerischem in der Bewegung. Ich begann mit freiem Tanz, Kontaktimprovisation und Eutonie und war überrascht über die Lust, die ich dabei erlebte. Meine bisherige stumpfsinnige Asphalttreterei zur Erfüllung von Trainingsumfängen bekam einen Dämpfer angesichts des Spaßes, den ich in der ganz anderen Atmosphäre tanzender Körperzuwendung empfand. Nach Veränderung der Trainingsquantität in Trainingsqualität (weniger Umfang zugunsten mehr Tempovariationen) und bewussterem Erspüren meines Laufrhythmus’ steigerte ich meine Bestzeiten noch einmal. Im Einklang von Psyche und Körper konnte ich ein Energiefeld entwickeln, das weit über die bisherige Belastungsgrenze hinausging. Ich entwickelte ein Bewusstsein für die optimale Gestaltung meines Körpertonus, der mir eine fließende Kraft und Richtung nach vorne gibt.

F: Wann und wo haben Sie dann die Lauftherapie kennen gelernt?

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